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Interview mit Herrn Miksch vom Römermuseum Osterburken

 

Thema: Funde der Archäologischen Ausgrabungen

 

Doth: Herr Miksch, wir haben durch die Fränkischen Nachrichten erfahren, dass der Erhalt der Funde der Archäologischen Ausgrabungen nicht finanzierbar sei. Wie beurteilen sie dies?

Miksch: Nun, man müsste die Fundstücke konservieren, das Gebäude anders ausrichten und das würde erhebliche Umbaukosten verursachen. Da die Mittel bei uns sehr knapp sind, ist dies nicht möglich. Die Landesstiftung gibt uns zwar was dazu, das Landesdenkmalamt sieht sich jedoch nicht in der Lage, von sich aus Geld bereit zu stellen. Wir bauen es ab und archivieren es zwar...

Doth: Also heißt das im Endeffekt, dass die Funde nicht erhalten bleiben!

Miksch:Herr Miksch stimmt dieser Aussage zu

Doth: Auch nicht für den Erweiterungsbau des Museums mit dessen Bau in diesen Tagen begonnen worden ist?

Miksch: Ja, man hat ja direkt in der Baugrube Funde entdeckt. Diese waren jedoch so ineinander verschachtelt -mehrere Badegebäude übereinander, kreuz und quer und dann noch obendrüber mittelalterliche Bauten-, dass eine Erhaltung soweit ich weiss nicht realisiert werden kann, wenn man eben nicht genug Geld hat; man hätte zwar versuchen können das alles zu archivieren, dies hätte jedoch einen großen Aufwand bedeutet.

Straßwiemer: Man hat ja auch nicht erwartet dass so viele Artefakte zum Vorschein kommen!

Miksch: Nein eben, man hat zwar erwartet, dass da etwas ist -man wusste ja schon das ein anderes Bad drunter ist- und zuerst dachte man die Bäder gehören zusammen; was aber nicht stimmt. Jetzt hat man noch zwei weitere gefunden, die mit diesem auch nichts zu tun haben. Es würde Geld und Zeit erfordern, das alles zu restaurieren.

Doth: Das heißt, das Landesdenkmalamt gibt kein Geld dazu, die Funde zu erhalten?

Miksch: Es ist gerade noch darüber geredet worden die Funde zu registrieren, bzw. zu erhalten so das man sie irgendwann im Schaukeller -es soll ja ein Schaukeller entstehen- präsentieren kann. Aber eben nicht im Original!

Doth: Es sind ja bei der Ausgrabung Artefakte gefunden worden; diese bleiben aber erhalten?

Miksch: Diese werden natürlich registriert, restauriert und photographiert. Wenn genug Platz da ist, werden diese dann eventuell im neuen Gebäude ausgestellt.

Doth: Können sie uns sagen welche Atefakte bisher gefunden wurden?

Miksch: Was gefunden wurde sind u.a. zwei Bäder. Etwas ganz tolles ist ein Gulli aus der Römerzeit. Das ist hochinteressant und es gibt glaube ich nur 2 oder 3 in ganz Süddeutschland. Dieser Fund bleibt deshalb auf jedenfall erhalten.

Doth: Es wurde glaube ich auch ein Skelett gefunden; was hat es damit auf sich?

Miksch: Ja, man ist sich jedoch noch nicht so ganz sicher wo das Skelett einzuordnen ist. Dies ist vom Erhaltungszutand abhängig. Das Problem ist ja, wenn man diese alten Gemäuer erhalten will so wie sie sind dann muss man sie auch dementsprechend konservieren. Wenn man das nicht gut macht -und das kostet eben Geld- ist die Sache in ein paar Jahren wieder kaputt. Das ist natürlich sehr schade.

Straßwiemer: Was würde der Umbau denn realistischerweise kosten?

Miksch: Das ist schwer zu sagen. Es wären bestimmt mehrere hunderttausend Euro zusätzlich nötig. Aber in Anführungszeichen (Anm. d. Verf.: gemeint ist, dass die Höhe des Betrags nicht feststeht und sich in erheblichem Rahmen ändern kann), weil aber mehrere Sachen so ungeschickt quer zur Grundmauer des Neubaus liegen. Ich selber habe als Gemeinderat dafür gestimmt etwas zu machen, auch weil wir dachten "da muss doch etwas sein". Dass das so kompliziert ist, damit hat natürlich niemand gerechnet. Das ist schade.

Doth: Was kommt in den Erweiterungsbau, wenn er fertiggestellt ist?

Miksch: Nun auf jedenfall das Benefizarier Heiligtum -der Mithrasaltar; zurzeit steht eine Kopie im Museum; das Original steht leider im Badischen Landesmuseum (...), das Artreum -eine Kultstätte- wird ebenfalls versucht 1:1 nachzubauen. Museumspädagogische Räume sind ebenfalls neu. Diese sind natürlich sehr wichtig, da die Kinder erfahren wie die Römer gelebt haben, wie gekocht und was sie getragen haben. Hierfür werden ca. 2 1/2 Räume zur Verfügung gestellt. Dann kommen natürlich noch einige Sonderausstellungsräume hinzu (...).

Doth: Vor einigen Jahren wurde ein Römerschatz gefunden, wird dieser im Museum wieder seinen Platz finden?

Miksch: Das Problem waren bisher die Sicherheitsstandards, falls etwas geklaut wird. Deshalb hat man bisher nicht danach gestrebt zu sagen "wir holen den wieder her".

Doth: In der Zeitung haben wir gelesen, dass der Bürgermeister dem Museum eine zentrale Rolle im Zusammenhang mit dem Limes und dem Weltkulturerbe zumisst. Wie stehen sie dazu?

Miksch: Das kann man schon sagen. Denn dieser Bau wurde erst möglich, nachdem sich Osterburken und Aalen zusammen getan haben bzw. es wurde anerkannt, dass Osterburken und Aalen eine besondere Rolle am mittleren Limes spielen. Im Norden hat man die Saalburg (...) Aalen und Osterburken liegen so zentral zusammen -allein die Bedeutung der Kastelle- das man sagen kann das sie schon eine zentrale Rolle einnehmen (...).

Doth: Wenn nun resultierend aus dieser Rolle mehr Touristen nach Osterburken kommen, meinen sie, dass man dann auch sagen könnte "ok, jetzt archivieren wir mal alles was da ist"?

Miksch: Das ist schon möglich. Es ist jedoch leider immer eine Frage des Geldes, und ob man einen Sponsor findet etc..

Straßwiemer: Abschließend noch eine Frage. Werden sich die Eintrittspreise für das Museum ändern?

Miksch: Wir versuchen diese natürlich gleich zu halten. Letztendlich jedoch kann man das nicht genau sagen.

Doth, Straßwiemer: Vielen Dank Herr Miksch für ihr ausführliches Interview und ihre Zeit.

Miksch: Bitte, gern geschehen.

 

Das Interview wurde am 31.07.2005 zwischen Daniel Straßwiemer, Benjamin Doth und Herrn Miksch geführt.

Weitere Informationen finden sie unter: www.osterburken.de

 

 

 

 

 


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